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Farbkommunikation in der Textil- und Bekleidungsindustrie
Das Multispektral-Aufnahme-System und der Softproof-Viewer ermöglichen eine einfache, schnelle Erfassung von farbtreuen Bildern. Die vom Multispektralscanner aufgenommenen Bilder werden farbtreu an einem Monitor des Betrachterplatz wiedergegeben. Die Multispektral-Bilder werden als „digitale Stoffmuster” gespeichert und können daher weltweit über das Internet verfügbar gemacht werden. Die Bilder werden an anderen Betrachterplätzen mit der gleichen hochgenauen Farbgenauigkeit wieder gegeben. Eine Grundvoraussetzung für eine garantierte verbindliche Farb-Kommunikation. Neben den Zahlenwerten der Farbmessung ist zusätzlich immer ein Farbbild (Scan) verfügbar! Denn Farbe ist viel mehr als nur die nackten Zahlen einer Messung.
Farbmessung und farbtreue Darstellung
Beispielsweise können zwei Stoffe, insbesondere bei Stickereien, die gleichen Messwerte besitzen, sich aber in ihrem Aussehen beträchtlich unterscheiden. Ein Stoff könnte sehr glänzend der andere eher matt erscheinen. Eine Multispektralaufnahme zeigt den Unterschied. Der Multispektralscanner liefert im Gegensatz zu herkömmlichen Spektralmessgeräten, realistische Meßwerte für eine Stickerei.
Die Color AIXperts-Software ermöglicht die Trennung zwischen Stickerei und Unterlage eines Stoffmusters und erhalte am Bildschirm für jeden beliebigen Punkt alle spektralen Messdaten. Auch gedruckte Stoffe mit vielen verschiedenen Farben und komplizierten Mustern oder Begrenzungen lassen sich so mit der Multispektral-Technologie messen.
Digitaler Workflow in der Textil- und Bekleidungsindustrie
Die Technologie läßt eine revolutionäre Neuerung im Textilsektor zu: ein Multispektrales Kommunikations-Netzwerk (MIC Multispectral Image Communication network). Bekleidungshersteller oder Einkäufer können digitale Farbreferenzbilder (multispektrale Aufnahmen) zum Hersteller (Färberei) senden. Die Färberei erstellt daraufhin sofort ein „Lapdip”. Somit ist ein Lapdip zum Vergleich bereits angefertigt, wenn das physikalische Farbmuster eintrifft. Falls das Lapdip nicht genau passend ist, kann ggf. ein erneuter Versuch schnell gestartet werden.
Auch kann der Lapdip im Multispektralscanner mit der Referenzprobe gemeinsam multispektral vermessen werden, und als digitales Stoffmuster an den Bekleidungshersteller zurückgesandt werden.
Beide Seiten können visuell das Stoffmuster beurteilen, als auch an Hand der Multispektral-Aufnahmen Messung vornehmen. Sogar problematische Farben, die ein metameres Verhalten aufweisen, können mit Hilfe des mulispektralen Bildes simuliert werden, da für verschiedene Lichtquellen und Beobachter die Daten berechnet werden. In dem Moment, wenn der Vertrieb die Labdips akzeptiert, können die digitalen Stoffmuster dem Kunden zur weiteren Prüfung zur Verfügung gestellt werden. Dort können dann wieder die gleichen Prüfungen (Sichtprobe und Messung) ablaufen, um schließlich nach erfolgter Zustimmung die Produktion in der Färberei anlaufen zu lassen. Falls keine Übereinstimmung erzielt wird, kann ein erneuter Versuch schnell gestartet und durchgeführt werden.
Die gesamte Farb-Kommunikation kann somit auf wenige Stunden reduziert werde und das Versenden von physikalischen Proben größtenteils ersatzlos entfallen. Selbst wenn der Käufer ein körperliches Stoffmuster zur Überprüfung der digitalen Daten anfordert, ist der gesamte vorgelagert Prozess beschleunigt worden. Verglichen mit heutiger, konventioneller Technik wird durch den Einsatz des Color AIXperts Multispektral-Aufnahme Systems Zeit eingespart. Dies gilt für alle nicht nur einfarbige beliebig gemusterte Stoffe, wie z.B. bedruckte Textilien, eingefärbt Garne und Stickereien.
Design Abteilung
In Design Abteilungen ist das Handling mit digitalen Farben “every-day business”. Sehr häufig existieren digitalisierte Stoffproben aus Scanvorlagen, die bereits retuschiert oder ausgedruckt werden. Jedoch stimmen normalerweise weder die Farben auf dem Monitor mit den Ausdrucken noch mit dem Original überein. Das liegt in einem fehlenden Farbmanagement begründet, oder falls ein Farbmanagement verwendet wird, ist dieses nicht auf eins-zu-eins Kopien/Repros ausgelegt. Farbtreue digitale Farbdaten sind nicht vorhanden, solange Scanner mit RGB Technologie verwendet werden. Verglichen mit dem menschlichen Auge besitzen diese nämlich ein „komplett falsches Farbensehen“. Daher ist ein dauerndes Retuschieren von digitalen Farbvorlagen oder -mustern notwendig, um ein farbechtes Original reproduzieren zu können. Ein enormer zeitlicher Aufwand wird daher in vielen iterativen Prozesse gesteckt.
Das Multispektral-Aufnahme System liefert hingegen farbtreue Bilder, und legt damit die Basis für einen effizienteren Arbeitsprozess (Workflow). Die farbtreuen Multispektral-Aufnahmen in Kombination mit der Color AIXperts Colour Engine (AIXCE) erlauben das Drucken auf Papier, mit sehr gute Resultaten bzgl. der Farbe auf einem ersten Ausdruck in Übereinstimmung mit den Originalen. Ist der Monitor kalibriert und arbeitet unter definierten Bedingungen, werden genauso Druck und Original mit den Farben am Monitor übereinstimmen. Voraussetzung ist lediglich, dass Monitor und Drucker kalibriert sowie profiliert sind.
Falls Farben in einem ersten Druck nicht übereinstimmen, kann das an einer starken Metamerie der Farben liegen. Durch geringe Korrekturen wird dann schnell das erwartet Ergebnis erzielt. Dadurch wird der gesamte Prozess der Farb-Retusche viel effizienter gestaltet, und die Designer können sich auf ihr Spezialgebiet, “das Designen”, konzentrieren und müssen nicht ihre Zeit mit dem „Nachkorrigieren und - kolorieren” verschwenden.
Design Abteilungen können daher ebenfalls in das MIC-Netzwerk integriert werden. Die digitalen Stoffmuster werden dann bereits in der Design-Phase für den Entwurf verwendet, selbst dann, wenn keine physikalischen Muster existieren. Beispielsweise können die Designer das MIC-Netzwerk nutzen, um in der frühen Entwurfsphase, z.B. zur Herstellung von Labdips (auch ohne spektrale Daten), mit Kunden oder der (eigenen) Färberei zu kommunizieren.
Potentiale und Vorteile
Das MIC-Netzwerk eröffnet beliebige Möglichkeiten, um den internen als auch externen Austausch von Multispektral-Aufnahmen (virtuelle Stoffmuster, Farbmessungen, gescannte Originale etc.) zwischen Entwicklungs- oder Designabteilungen und externen Produktionsstätten, mit Zulieferbetrieben oder Kunden schnell, farbtreu und damit effizient kostensparend zu nutzen.
- Schneller Transfer von digitalen Stoffmustern via Internet
- Messung von kleinen oder unregelmäßig begrenzten Objekten und Bereichen (vielfarbige Stoffe, gefärbte Garne, einzelne (!) Fäden, bedruckte Textilien, Stickereien, etc.)
- Farbtreue Bilder sind in Ergänzung zu den spektralen Messdaten vorhanden, um nicht „nur” auf die Meßdaten vertrauen zu müssen
- Verbesserung der Kommunikation
- Einsparung von Transportkosten
- Verkürzung der Rückmeldezeit von Auftraggebern
- Verkürzung der Rückmeldezeit von Färbereien, o.ä.
- Vereinfachung und Beschleunigung der Farbretusche (Design Abteilungen, etc.)